Einkaufsfactoring - Erklärung und Ablauf
Einkaufsfactoring ist eine übliche Bezeichnung für Reverse Factoring (umgekehrtes Factoring). Hier kauft der Factor im Gegensatz zum klassischen Factoring Forderungen ausgesuchter Lieferanten gegen Ihr Unternehmen an. Daher nennt man diese Variante auch Lieferantenfactoring.
Der Factor schließt mit Ihrem Lieferanten und Ihnen (als Abnehmer der Ware) einen Factoringvertrag. Das bedeutet, dass der Lieferant dem Verkauf der Forderungen gegen Ihr Unternehmen zustimmen muss.
Der Ablauf ist recht einfach. Nach Bestellung und mängelfreier Lieferung der Ware reicht der Lieferant dem Reverse Factor die Rechnung zur sofortigen Bezahlung ein, Sie erhalten als Abnehmer der Ware ein verlängertes Zahlungsziel, im Regelfall bis zu 120 Tagen. Wenn Sie Angebote vergleichen möchten, nutzen Sie gerne unseren Factoring Rechner.
Vergleich Reverse Factoring vs. Finetrading
Während sich der Unternehmer bei der Einkaufsfinanzierung situativ aussuchen kann, welche Einkäufe vorfinanziert werden sollen, werden beim Einkaufsfactoring (Reverse Factoring) alle Forderungen eines Lieferanten an den Factor verkauft.
Zusätzlich muss der Lieferant dem Forderungsverkauf vertraglich zustimmen, was beim Finetrading (Einkaufsfinanzierung) nicht notwendig ist. Hier muss der Lieferant den Finetrader nur als Debitor (Rechnungsadressat) akzeptieren.
Für kleinere Unternehmen eignet sich ein Einkaufsfactoring nicht, da der Mindestumsatz für Reverse Factoring 2.0 - 2.5 Mio. € p.a. je Lieferant beträgt. Dafür ist ein Reverse Factoring wesentlich preiswerter und einfacher in der Handhabung / Administration.
Vorteile Einkaufsfactoring vs. Finetrading
Einkaufsfactoring:
- preiswerter als Finetrading
- einfacherer Prozessablauf (Lieferant mailt dem Factor nur die Rechnung zur Begleichung, keine Prüfung jeder einzelnen Bestellung)
- Unternehmer als Abnehmer bestellt direkt beim Lieferanten
Finetrading / Einkaufsfinanzierung:
- größere Flexibilität im Einkauf (Nutzung nur bei Bedarf)
- keine Verpflichtung die Finanzierung zu nutzen
- geringere Mindestumsatzgröße p.a.
Einkaufsfactoring Anbieter
Es gibt derzeit nur wenige Factoringgesellschaften, die Reverse- oder Einkaufsfactoring anbieten. Dies liegt einerseits daran, dass der Aufwand für den Factor höher ist, als beim klassischen Factoring von Debitoren Forderungen.
Andererseits ist das Risiko für den Factor bei einem Forderungsausfall höher, da der sonst übliche Sicherungseinbehalt des Rechnungsbetrages (10-20 %) nicht gebildet werden kann. Der Lieferant möchte seine Rechnung nach Zusendung der Ware schließlich zu 100% bezahlt bekommen.
Des Weiteren muss der Einkaufs-Factor mit jedem einzelnen Lieferanten, dessen Forderungen er ankaufen soll, einen separaten Vertrag schließen, was im Debitoren Factoring nicht erforderlich ist.
Der Mehraufwand lohnt sich für den Unternehmer auf jeden Fall, da die Kosten der Warenvorfinanzierung deutlich geringer sind, als z.B. beim Finetrading.
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Die Konditionen beim Einkaufsfactoring differieren, je nach Anbieter und Umsatzgröße bis zu 50%. Fordern Sie gerne Ihren kostenlosen Anbieter Vergleich an. Hierzu benötigen wir bitte folgende Unterlagen:
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Analysebogen Reverse Factoring / Einkaufsfactoring, bitte vollständig ausgefüllt
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Aktuelle kumulierte BWA's aus 2019 + 12-2018, jeweils inkl. SuSa
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Letzter Jahresabschluss / Bilanz (bitte vollständig)
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Aktuelle Opos-Listen Debitoren und Kreditoren, bitte inkl. Fälligkeitsstruktur (bitte so aktuell wie möglich aus der eigenen Buchhaltung)
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Finanzierung & Factoring ► Vorlage Bankenspiegel
